Was uns noch hilft

Fortsetzung von
„Wie komme ich aus diesem Tief heraus?“


Es mag sich komisch anhören. Aber der erste depressive Gedanke ist wirklich nicht das Problem. Gedanken verändern sich von ganz alleine. Genauer gesagt löst ein Gedanke den anderen ab – und das ohne Ende. Ohne unsere eigene Beurteilung bedeuten sie nichts. Sie sind solange neutral, bis wir ihnen eine Bedeutung geben – durch weitere Gedanken. So klassifizieren wir einen Gedanken zum Beispiel als gut oder schlecht, richtig oder falsch. Wir machen unschuldigerweise etwas aus einem Gedanken. Dabei ist er eigentlich nichts als ein wenig Energie, die uns durch den Kopf geht. Er hat keine Substanz. Er suggeriert uns nur ein ausgedachtes Szenario.

Dazu kommt, dass Gedanken noch nicht einmal wahr sein müssen. Wir alle haben schon einmal etwas gedacht und später hat es sich als unwahr heraus gestellt. Lange Zeit dachte man, die Erde sei flach. Bis es sich als falsch erwiesen hat. Gedanken sind einfach eine vorübergehende Erscheinung unseres Geistes. Sie sind Illusionen unserer eigenen Kreation. Das Gute ist: Wenn sich unsere Gedanken ändern, ändert sich auch unsere Erfahrung. Darauf können wir uns verlassen. Denn so funktioniert unsere Psyche von Natur aus. Und das ist nicht nur eine gute Idee, sondern es ist Fakt. Da gibt es keine Ausnahmen.

Was ist denn nun eigentlich eine „Depression“?

Wenn wir eine Depression erleben, durchleben wir eigentlich nur eine Reihe depressiver Gedanken. Wir halten sie unschuldigerweise mehr oder weniger lange im jetzigen Moment fest. Das passiert nur, weil uns nicht bewusst ist, dass sie nicht wirklich etwas zu bedeuten haben. Ich zum Beispiel war mir lange Zeit noch nicht einmal bewusst, dass ich depressiv war. Ich war viel zu sehr in meinem Kampf verloren und glaubte meinen Gedanken, ich müsste das doch schaffen. Ständig gegen das Unwohlsein anzugehen, war jedoch ein Kampf gegen imaginäre Windmühlen. Wie Don Quijote hatte ich sie selbst erschaffen. Während das völlig unschuldig ist, kann man aber dennoch nicht gegen ‘Nichts’ kämpfen, ohne sich völlig zu verausgaben. ‘Nichts’ kann sich auch nicht ändern. Daher ist es ein Kampf ohne Ende. Es ist und bleibt immer eine Illusion.

Die dem ersten depressiven Gedanken hinzugefügten, weiteren Gedanken sind nicht leicht auszumachen. Es kommen uns eine Vielzahl verschiedener Varianten in den Sinn, die sich gerne abwechseln. Wir drehen uns manchmal förmlich im Kreis. Die durch die Vielzahl solcher Gedanken ausgelösten Gefühle wirken extrem real. Dennoch sind auch sie nichts als eine illusorische Erscheinung unseres Geistes, die wir durchaus heftig zu spüren kriegen. Deshalb versuchen wir alles Mögliche, um etwas gegen das unangenehme Gefühl zu unternehmen. Aber alles, was wir dagegen machen können, all unser Kämpfen und Verändern-Wollen verstärkt die Illusion nur noch. Bis wir sie durchschauen. Dann macht sie “Puff” – wie eine Seifenblase.

Wie kommen wir aus einem Tief also am besten heraus?

Indem wir erkennen, wo unsere Gefühle wirklich herkommen. Erkennt man sie als einen Nebeneffekt unserer Gedanken, kann man sie leichter durchschauen. Wie das angsteinflößende Monster unter dem Bett, das verschwindet, wenn wir das Licht einschalten. Illusion durchschaut. Einmal selbst gesehen, wird es leichter. Wir lassen uns dann von dem Monster nicht mehr in der gleichen Weise erschrecken. Wir hören auf, gegen das Monster zu kämpfen oder es ändern zu wollen. Es macht einfach keinen Sinn mehr. Gelegentliche Zweifel mögen anfangs dazu führen, ab und zu noch einmal nachzuschauen. Aber irgendwann verlassen wir uns darauf: Da ist kein Monster.

Über Katja Symons

Katja Symons hat im Jahre 2011 für sich den Weg aus dem Burnout, aus chronischer Erkrankung und Depression gefunden. Sie entdeckte, was tatsächlich in uns Menschen vor sich geht, wenn wir in Schwierigkeiten geraten und fand so den Schlüssel zum "Wohl-Sein im Fluss". Mit ihrem Coaching und Resilienztraining (ohne Training) hilft sie Menschen, aus dem Stress wieder in den Flow und zu innerer Ruhe & Inspiration zu kommen. Katja Symons hilft uns dabei, unabhängig zu werden - frei von unseren Umständen und unserer Vergangenheit. Sie zeigt uns, wo wir in uns selbst alles finden können, wonach wir suchen. Und das einfach nur durch eigene Erkenntnis, und ohne etwas üben oder praktizieren zu müssen.

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